MPG-Schüler nahmen an den Model United Nations in Triest teil

Am Donnerstag, den 14. März 2019, flogen die fünf Teilnehmer der Model United Nations AG zusammen mit Frau Sondermann und Frau Latzke für knappe vier Tage nach Triest, Italien, um dort am OberMUN 2019 („Model United Nations“, organisiert vom Liceo Scientifico Guglielmo Oberdan in Triest) teilzunehmen.

Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung, welche Schülern und Studenten der ganzen Welt die Arbeits- und Funktionsweise der UN näher bringen soll. Dazu wird jedem Schüler ein Komitee der UN und ein Mitgliedsland der UN zugewiesen, zu welchem sich jeder Teilnehmer zu den Themen des jeweiligen Komitees im Vorfeld der Simulation informiert, um anschließend in insgesamt sieben Sitzungen die Meinung „seines“ Landes vertreten zu können.

Treffpunkt war die Abflughalle am Düsseldorfer Flughafen – um 7.30 Uhr morgens. Als wir die Wartezeit am Flughafen überbrückt hatten, fing die Reise erst richtig an. Dadurch, dass es keinen Direktflug zwischen Düsseldorf und Triest gab, mussten wir einen Zwischenstopp in München einlegen, was die Ankunft in Triest verzögerte. Nachdem wir um 12.30 Uhr gelandet waren, kauften wir uns Tickets für den Zug, liefen zusammen zum Bahnhof und nahmen den Zug Richtung Triest Innenstadt. Dort wurden wir von zwei der Hauptorganisatorinnen empfangen und ins Zentrum von Triest geführt.

Nachdem wir uns in einem Café am Piazza dell’Unità d’Italia („Platz der Einheit Italiens“) etwas zu trinken bestellt hatten, erreichte uns der Rest der Schüler, der zusammen mit uns von drei Schülern der organisierenden Schule durch Triest geführt und die Sehenswürdigkeiten gezeigt bekommen würde. Die Tour war so ausgelegt, dass wir zum Schluss wieder am Piazza dell’Unità d’Italia standen, wo nach und nach unsere Hosts auftauchten, bei denen wir unsere Zeit in Triest verbringen durften. Sie alle waren entweder Organisatoren, Teilnehmer oder Helfer der Veranstaltung. Wir verabschiedeten uns von den anderen und jeder ging mit seinem Host nach Hause, wo wir uns einige Stunden lang ausruhen konnten, denn am Abend war ein gemeinsames Abendessen für Organisatoren und Teilnehmer geplant, welches in der Pizzeria da Pino Trieste stattfand. Nach einem authentisch-italienischen Abendessen und Gesprächen mit Schülern aus ganz Europa wurde es Zeit, wieder nach Hause zu gehen, da wir am folgenden Tag bereits um 9 Uhr bei der Eröffnungszeremonie erscheinen sollten.

Die Eröffnungszeremonie fand im Museo Revoltella statt und dauerte ungefähr zweieinhalb Stunden, wobei zuvor weitere anderthalb Stunden für die Anmeldung der Teilnehmer vorgesehen waren. Jeder, der etwas mit dem Event zu tun hatte, bekam einen Ausweis, auf dem alle wichtigen Informationen vermerkt waren, wie z.B. der Name und das Komitee, aber auch, ob man Teilnehmer oder nur Besucher ist. Zur Eröffnungszeremonie waren einige Sprecher eingeladen, viele davon als Vertreter von Firmen, die das diesjährige OberMUN unterstützt haben. Außerdem kamen verantwortliche Lehrer der Schule und die vier Hauptorganisatoren zu Wort. Die Zeremonie wurde, wie auch alles andere, was zur Veranstaltung gehörte, von Fotografen und Pressebeauftragten dokumentiert – welche natürlich auch Schüler des Gymnasiums waren. Anschließend begaben wir uns gemeinsam zum ehemaligen Hafen, um offizielle Gruppenfotos zu machen. Danach hatten wir Zeit uns etwas zu Essen zu kaufen.

Als diese Pause vorbei war, ging es mit den eigentlichen Debatten los. Die Sitzungen der einzelnen Komitees wurden in den Räumlichkeiten des Palazzo del Governo, bzw. des gegenüber liegenden Gebäudes der Regione Autonoma Friuli ausgetragen. Die Abgeordneten meines Komitees saßen um einen ovalen Tisch herum, sodass jeder jeden sehen konnte, wobei es auch Komitees gab, in denen man keine Tische zur Verfügung hatte, was einem die Diskussion um einiges erschwert hat. Der Dresscode war an echten Politikern orientiert, das heißt sowohl Mann, als auch Frau dürfen ausschließlich in formaler Kleidung an den Sitzungen teilnehmen; Jeans, zu kurze Röcke oder auffällige Schmuckstücke sind verboten. Die Sitzungen wurden von je einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und einem Moderator geleitet, welche nebenbei auch für die Beibehaltung der Formalität der Abgeordneten gesorgt haben, indem sie Ermahnungen auf kleinen Notizzetteln verschickt haben, die von Helfern zum Empfänger gebracht wurden. Es war auch möglich als Abgeordneter Nachrichten an andere Abgeordnete zu schicken, wobei diese immer erst vom Chair, also den Präsidenten kontrolliert wurden.

Zwischen den Sitzungen trafen sich alle im Savoia Excelsior Palace zu den sog. Coffee Breaks, die die meisten als Pausen genutzt haben, wobei andere mit Abgeordneten das Gespräch über die Diskussion gesucht haben, z.B. um gewisse Strategien auszuarbeiten. Am ersten Tag folgte auf die zweite Sitzung ein Aperitif, wo sich alle, inklusive der Lehrer und Begleiter, trafen und für ca. eine Stunde Zeit hatten sich u.a. über den ersten Tag zu unterhalten, aber auch noch mehr neue Leute kennen zu lernen und mit ihnen Gespräche zu führen. Von da aus gingen die meisten auf direktem Wege nach Hause, wo sie sich nach einem langen und anstrengenden Tag endlich aus dem Anzug in „normale“ Straßenklamotten umziehen und entspannen konnten.

Am Samstag ging es mit den nächsten Sitzungen weiter. Nach der ersten war erneut ein Coffee Break an der Reihe und nach der zweiten dann eine Mittagspause. Darauf folgte eine weitere zweistündige Sitzung, ehe wir nach Hause aufbrachen, um uns für das Gala Dinner fertig zu machen. Dieses fand im selben Gebäude statt wie die Coffee Breaks, jedoch würden wir diesmal ohne eine Einladung nicht reingelassen werden. Nach einem 3-Gänge-Menü schnitten die Hauptorganisatoren gemeinsam eine Torte an, die anschließend an alle verteilt wurde. Sobald die Torte verteilt und verspeist worden war, verließen die meisten den Saal und machten sich auf den Weg nach Hause, denn es stand ein weiterer Tag voller Sitzungen und Diskussionen bevor.

Der dritte und letzte Tag begann wie der vorherige Tag, jedoch dauerten die Sitzungen je eine halbe Stunde weniger. Nach der zweiten, und somit letzten, Sitzung hatten alle eine etwas kürzere Mittagspause, da die Abschlusszeremonie etwas vorverlegt wurde. Dadurch, dass wir unseren Flug am Triester Flughafen bekommen mussten, wurden uns die Urkunden eher weniger feierlich übergeben und wir holten unsere Koffer aus einem Raum, wo wir sie am Morgen hingebracht hatten. Daraufhin teilten wir uns in Gruppen auf und besorgten uns etwas zu Essen, bevor wir von unseren Hosts Abschied nehmen mussten. Wiedervereint mit Frau Sondermann und Frau Latzke, die man oft während der Sitzungen zu sehen bekommen hat, als sie uns enthusiastisch vom Türrahmen aus zugewunken und Fotos geschossen haben, brachen wir in Richtung Bahnhof auf, von wo uns ein Zug zurück zum Flughafen bringen sollte. Dort stiegen wir in unser Flugzeug Richtung München und, in München angekommen, in ein anderes Flugzeug Richtung Düsseldorf Flughafen. In Düsseldorf angekommen galt es wieder Abschied zu nehmen, nur war es diesmal untereinander und nicht für lange.

Mir persönlich hat diese Exkursion, bzw. die Veranstaltung an sich sehr gut gefallen, da man jeden Tag neue Leute aus ganz Europa kennengelernt hat. Für uns waren die Sitzungen etwas schwerer als für die anderen, da es durchaus Schüler gegeben hatte, die zuvor an fünf oder sogar mehr MUNs teilgenommen haben. Dennoch hat es Spaß gemacht mit anderen zu diskutieren, die Meinung „seines Landes“ zu vertreten und gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten. Empfehlen würde ich es jedem, der mehr oder weniger gut Englisch spricht und Interesse an der Politik hat.

Mihajlo Popovic